Martina Plischka

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Offener Brief an Herrn Ministerpräsidenten Sellering

Sehr geehrter Herr Sellering,

zu Ihrem Kommentar in der Gastkolumne im Blitz-Anzeiger passt die, direkt auf der gegenüberliegenden Seite befindliche Meldung unter MV-Ticker „Die Unglücklichsten“ über den Vertrauensverlust gegenüber der Politik, wie die Faust aufs Auge.

Während Sie sich und die Politik Ihrer Partei als gut vorangekommen in MV beweihräuchern, sehen das die Menschen in diesem Land aber ganz anders. Noch augenfälliger als in dieser Zeitungsausgabe kann der große Abstand zwischen einem Politiker und der Wähler gar nicht sein.
Wie realitätsfremd muss man sein, den Zuwachs von Kitas als Erfolg zu preisen? Mittlerweile sind die Elternbeiträge derart hoch, dass es sich für die Mütter gar nicht mehr lohnt, überhaupt noch arbeiten zu gehen! Welchen Sinn macht das denn dann, frage ich mich, höchstens lohnenswert in puncto Beschäftigungsanschub für Erzieher auf Kosten der Eltern, die dieses Konjunkturprogramm mit Höchstbeiträgen finanzieren dürfen. In Ländern wie Norwegen ist die Kita samt Verpflegung kostenlos, das konnte sich unser schon früher als vielgepriesenes reiches Land aber noch nie leisten. Alle Kosten bleiben immer an denen hängen, die immer weniger zum Leben haben. Diejenigen die viel haben, erhalten zu Lasten der anderen immer mehr.
Da passt es schön ins Bild, dass man in der Bundes-SPD offenbar darüber nachdenkt, getrennt lebenden Elternteilen, die auf Hartz-IV angewiesen sind, für die, in der Regel alle 2 Wochen stattfindenden Besuchszeiten und Ferienzeiten beim anderen Elternteil, einen Teil des ohnehin mickrigen, nicht zum Leben reichenden Mindestbedarfs zu kürzen.
Gespart wird immer zu Lasten derjenigen, die sich nicht wehren können. Und bei denen handelte es sich, und das ist der größte Widersinn an sich, um den grössten Teil der Bevölkerung, die sich nicht wehrt. Und ich möchte rufen: Wofür habt Ihr in diesem Landesteil vor dem Fall der Mauer eigentlich alle gekämpft? Die SPD hat seit Jahrzehnten nicht nur als Mitläufer der neoliberalen Politik der CDU sondern auch in der Regierungsverantwortung mit den Grünen unter Schröder und Fischer dieses Desaster zu verantworten. Abschaffung von Vermögens- und Erbschaftssteuer, Kapital wird viel geringer besteuert als ehrliche, harte Arbeit und das nennt sich im Ernst Sozialpolitik? Menschen sollen immer länger arbeiten, damit sich der Sargdeckel über ihnen beim Arbeiten schließt? Dazu kommen die von Schröder geschaffenen Minijobs, mit Armutsgehältern kommt niemand über die Runden. Die Erhöhungen bei den Rentenanpassungen tragen alleine die Arbeitnehmer, gleiches gilt für die Krankenkassenbeiträge. Das Solidarsystem hat sich verabschiedet. Wer so etwas macht, muss sich nicht wundern, wenn er irgendwann wie die FDP unter die 10 Prozent Marke bei den Wahlen fällt. Eine solche Absturzklatsche hat die von mir früher gewählte SPD verdient! Erst wenn die erste und zweite Garde der SPD zurückgetreten ist und eine Kompletterneuerung durch Menschen stattfindet, die das normale Leben noch spüren und wissen, wo es überall an allen Ecken und Enden brennt, erst dann wird die SPD vielleicht einmal wieder das sein, was sie bei Ihrer einstmaligen Gründung sein sollte. Nicht der Wähler ist Schuld, wenn er zu extremen Parteien überwechselt. Es ist die pure Verzweiflung über eine Politik, die den Menschen schadet statt nützt.

Noch etwas: Aufgrund meines Leserbriefs im Blitz-Anzeiger „Odyssee in Mecklenburg“ erhielt ich eine Einladung vom hiesigen Seniorenbeirat. In der Sitzung, an der ich teilnahm, ging es u.a. um die katastrophal zu nennende Nahverkehrspolitik in MV. Alles wurde weg gespart, Bahnlinien, Buslinien wurden ausgedünnt. Tatsache ist, dass kranke Senioren überhaupt nicht wissen, wie sie in die weit weg liegenden Facharztpraxen und Krankenhäuser gelangen können. Das Ende vom Lied ist, dass viele Menschen aus dem Grund versterben, da sie die teuren Taxikosten zunächst selber tragen müssen, dies aber nicht bezahlen können. Für ortsansässige Taxiunternehmen offenbar ein lukratives Geschäft. Ohne Auto ist man hier aufgeschmissen. Dabei galt der öffentliche Nahverkehr immer als das Verkehrsmittel in Ost und West der sogenannten „Kleinen Leute“. Rentner gelangen nicht mehr zu dringend benötigten Behandlungen und Untersuchungen, Menschen können keiner Arbeit nachgehen, weil der Nahverkehr weg gespart wurde. Entgegengesetzt, zum bundesweiten Trend setzt man viel lieber aufs umweltbelastende Auto.
Wenn die Renten erhöht werden, kommt für viele nach anfänglicher Freude, das böse Erwachen und Sie sind dadurch, dass sie mehr in der Tasche haben, plötzlich steuerpflichtig. Das Ende vom Lied ist, dass sie hinterher weniger haben, als vorher. Rentenbesteuerung statt Vermögenssteuer. Gleiches gilt noch immer für die Arbeitnehmer, die nach einer Lohnerhöhung per kalter Progression ebenfalls weniger als vorher haben.

Herr Sellering, Sie rühmen sich, keine weiteren Schulden gemacht zu haben, vielleicht denken Sie einmal darüber nach, ob nicht ständig am falschen Ende gespart wird und ob es nicht besser ist, in einer gesunden Opposition an Stärke und Kraft zu gewinnen als in einer ungesunden Koalition?
Die Menschen brauchen sich nicht zu informieren, „sie“ erhalten aus ihrem täglichen Leben genug an Information, was schief läuft mit der Parteienlandschaft in diesem Land, wo die Lobbyvertreter sich die Türklinke zum Parlament in die Hand geben und das Antikorruptionsabkommen noch immer nicht ratifiziert wurde. Nicht der Wähler hat schuld, wenn er bei den Wahlen zu, ihrer Meinung nach, extremen Parteien überwechselt. In diesem Land zahlen immer diejenigen, die immer weniger haben, das ist die bittere Wahrheit. Das Problem ist, dass viele im Osten denken, das wäre im kapitalistischen Westen schon immer so gewesen.
Mitnichten! Erst nach Fall der Mauer hat der Neokapitalismus volle Fahrt aufgenommen! Die Flüchtlingsdebatte ist nur ein weiterer Meilenstein zum Abbau eines gerechten Staates mit einer Demokratie, die diesen Namen nicht mehr verdient. Warum gibt es keine Volksbefragungen wie in anderen Ländern zu solch wichtigen Themen die uns alle betreffen? Die Mündigkeit des Bürgers hört offenbar nach der Wahl zum Volksvertreter schlagartig auf.
Sie und Ihre Kollegen, auch aus den anderen Parteien, tragen die Verantwortung für das, was in diesem Land furchtbar schiefläuft und niemand sonst!

Ihre Martina Plischka

Die Unterwanderung-Schleichendes Gift

Die Unterwanderung-Schleichendes Gift

Deutschland im Jahr 2005: Siebenundvierzig Menschen, darunter Leo und Laura treffen sich, in der Hoffnung auf eine gerechteren Politik, zur Gründung einer neuen sozialen Partei.

Ein Jahr später: Als sich gegenseitiges Misstrauen einschleicht, verlassen die meisten völlig desillusioniert die örtliche Partei. Mobbing, Verdächtigungen sowie Gerüchte über V-Leute verunsichern viele Mitglieder.
Nach dem Unfalltod eines in den V-Leute-Fall involvierten, investigativ arbeitenden Journalisten folgt der weitere mysteriöse Todesfall eines Parteimitglieds.
Als Laura ein wichtiges Beweismittel zugespielt wird, gerät die Situation allmählich außer Kontrolle und sie sieht sich einer Reihe von seltsamen Beinaheunfällen ausgesetzt.
Durch Manipulationen von Telefon und Computer, bringt man das Paar bald an seine existenzielle Grenze und sie begreifen, mit welchen mächtigen Gegnern sie es in Wirklichkeit zu tun haben. Nun offenbart sich, dass die Möglichkeit des Abhörens einen folgenschweren Eingriff in die Privatsphäre eines jeden Menschen bedeutet und längst nicht nur der Terrorabwehr dient. Vor allem Laura sieht sich von einem unbekannten Stalker verfolgt.
Zufällig macht das Paar eine ungeheuerliche Entdeckung, die sie das Schlimmstes für diese Welt befürchten lässt.

Nach einigen Schicksalsschlägen suchen die beiden einen Neuanfang in Mecklenburg-Vorpommern und begeben sich auf einen außergewöhnlichen Weg.

Dieser Roman soll diejenigen wachrütteln, die glauben, ihre Privatsphäre sei geschützt und die Demokratie nicht gefährdet.